Game Circuits #4: Bugs/Glitches/Hacks


Medienwissenschafter Stefan Höltgen lädt wieder einmal zu einer Veranstaltung für die Freunde des harten Hardware-Kerns. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es immer nett da ist mit den Kollegen.

Die vierte Runde der operativen Computerspielanalyse beschäftigt sich mit Fehlern im Computerspiel. Fehler, die übersehen wurden, das Spiel zum Absturz bringen, es unmöglich zu spielen machen und die nachträglich und absichtlich eingefügt wurden, um neue Funktionen ins Spiel zu bringen.

Wo? HU Berlin, Bereich Medienwissenschaft, Georgenstraße 47, 10117 Berlin – Signallabor (Raum 2.26)

ACHTUNG! Anmeldung bei Stefan ist Pflicht, sonst bleibt die Tür dicht! Eat it ;)

Internationales Teletext-Kunstfestival vom 16.8. bis 16.9.2012

Der ARD Teletext ( ) hat in jüngerer Zeit wieder von sich reden gemacht, als er u.a. bei der Live-Übertragung des Eurovision Song Contest und auch während der Olympischen Sommerspiele 2012 die Twitter-Kommentare der Fernsehzuschauer mit den entsprechenden Hashtags im laufenden Programm eingeblendet hat (“Huhu, Mama, ich bin im Fernsehen!”). Es ist mitunter sehr unterhaltsam und gleichzeitig hochfaszinierend, wenn sich eines der ältesten textbasierten Medien und das jüngste Textmedium der audiovisuellen Informations- und Kommunikationskanäle “kurzschließen” und dadurch Massen- und Individualkommunikation verschmelzen.

Das 8-Bit-Revival macht den Videotext irgendwie wieder hip, und designte Kunstdruck-Testbilder werden mittlerweile für Höchstpreise in Galerien oder als Fußmatte in Online-Geschenkshops verkauft.

Wer nun das angekündigte Internationale Teletext-Kunstfestival besuchen will, muss nur die Fernbedienung in die Hand nehmen: Der ARD Text zeigt vom 16. August bis zum 16. September 2012 Kunstwerke, die extra für den Teletext erstellt wurden. Hier die technischen Hintergrund-Informationen:

Die Künstler mussten sich dabei an die engen technischen Vorgaben des World Standard Teletext halten. Nur sechs Farben plus weiß und schwarz sind möglich, die Grafik basiert auf Pixeln, das Bildformat ist festgelegt. Der Teletext nutzt die so genannte Austastlücke im Sendesignal, um Informationen zu übermitteln. Gerade in dieser Beschränkung liegt jedoch der Reiz der Arbeiten. In Zeiten der fortschreitenden Digitalisierung und hyperrealistischer Welten in Computerspielen und Animationsfilmen, fasziniert offensichtlich der Minimalismus des Teletextes. „The road begins from here. Teletext is the future”, formuliert einer der beteiligten Künstler.

Laut Pressemeldung nutzen rund 16 Millionen Zuschauer in Deutschland täglich den Teletext, um Nachrichten, Sport- und Programminformationen abzurufen. ARD Text, der Teletext des Ersten, ist der erfolgreichste deutsche Teletext mit einem Marktanteil von 19,3 %. Das Medium zwingt die Redakteure zu einer knappen Darstellungsweise. Grafiken waren ursprünglich gar nicht vorgesehen. Dennoch gibt es in der langen Geschichte des Videotextes viele Beispiele für informative und auch unterhaltsame Illustrationen. Die modernen Teletexte kommen allerdings in der Regel eher nüchtern und textorientiert daher.

Für das Internationale Teletextkunstfestival (ITAF) haben 17 Künstlerinnen und Künstler aus verschiedenen Ländern Bilder, Grafiken und Text-Bild-Collagen entwickelt und mit einem Videotext-Editor realisiert. Die Ausstellung ist ein Projekt der finnischen FixC Cooperative, kuratiert von Juha van Ingen. Zuvor wurde die Ausstellung in Teilen bereits im finnischen Fernsehen gezeigt.

Parallel zur Fernsehausstrahlung im ARD Text ab Seite 770 zeigt die Galerie Pflüger 68 in Berlin-Neukölln die Arbeiten. Die Ausstellung wird am 16. August mit einer Vernissage eröffnet.

Weitere Informationen:
 www.ard-text.de / www.fixc.fi/itaf/